Kashmir in München

Kashmir in München

Es war ja nur eine Frage der Zeit bis auf diesem Blog ein Artikel über Kashmir erscheinen würde. Der Grund dafür ist schlicht und ergreifend der Name dieses Blogs: The Aftermath. Aftermath, das verrät einem Wikipedia, steht für ein Album der Rolling Stones, ein auf Hip Hop spezialisiertes Plattenlabel, ein Gedicht von Sylvia Plath, ein Lied der Band Candlemass, ein Lied der Band R.E.M., ein Lied der Band Sonic Syndicate, ein Lied der Band Strapping Young Lad, ein Lied des Musikers Tricky, den Originaltitel des spanischen Horrorfilms Aftermath von Nacho Cerdà, den Originaltitel des kanadischen Films Das Denver-Attentat und bringt somit alle Voraussetzungen mit, um auch der Titel eines Blogs zu sein, das sich (u.a.) mit Popkultur auseinandersetzt. Darüber hinaus steht Aftermath für die fünfte Jahreszeit im Diskordianischen Kalender und – um wieder den Bogen zu Kashmir zu schlagen – für einen Song eben dieser dänischen Band:

Diese Band Kashmir war am vergangenen Mittwoch auf Europa-Tournee in München. Ich hab mir das angesehen und bin immer noch schwer beeindruckt. Zum einen von der Location: Der Veranstaltungsort, das 59:1 ist einer dieser sympathischen Läden, die auf Grund ihrer Überschaubarkeit nie Gefahr laufen werden, größere Bookings ins Haus zu bekommen und so das bleiben, was sie sind: Pilgerstätten der popkulturellen Trueness™. Was sich auch darin äußert, dass nach Ende des Konzertes am Einlass bereits Horden an prekär beschäftigten Grafikdesignern und solche die es gerne wären auf Einlass fürs anschließende Clubbing warten. Aber das nur am Rande.

Zum anderen und damit wieder zurück zur Band des Abends, hat mich dieser musikalische Auftritt beeindruckt. Zugegebenermaßen habe ich Kashmir erst vor nicht allzu langer Zeit für mich entdeckt und schon die Tatsache, dass meine Begleitung und ich zu den jüngeren Semestern unter den Zuhörern gehörten, erinnerte mich daran, dass die Band im nächsten Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum feiern wird. Was ja mitnichten selbstverständlich ist für Bands in diesem musikalischen Segment.

Wie auch immer: Kasper Eistrup, Sänger und Gitarrist, jedenfalls betrat breit grinsend die Bühne und die Show ging los. Die ersten Minuten stand ich ob der Großartigkeit noch etwas paralysiert vor der Bühne. Das was dort abgeliefert wurde, waren zwar theoretisch dieselben Songs wie auf den Studioalben, live aber doch etwas völlig anderes: lauter, rockiger, weniger elektronisch.  Und das tut der Musik gut. Positiv auch der unkomplizierte Umgang mit dem Publikum. Wenn, wie in München ja leider inzwischen üblich, während der ruhigeren Phasen des Konzertes geredet wurde, änderte Eistrup einfach die Lyrics dahingehend, dass anschließend Ruhe einkehrte.

Das Programm bestand natürlich zu großen Teilen aus der aktuellen Platte Trespassers (Amazon Partnerlink) und dem erforderlichen Mix an alten Songs um auch die älteren unter den Konzertbesuchern bei Laune zu halten. Dann war da noch ein Elvis-Cover und als Zugabe der oben bereits erwähnte, großartige, namensgebende Song dieses Blogs. All das sehr gefühlsvoll interpretiert, aber ohne die erforderliche Rockigkeit vermissen zu lassen, die Kashmir dann doch von vergleichbaren Bands wie etwa Radiohead abhebt:

Negatives? Nichts! Abgesehen davon vielleicht, dass Kashmir tatsächlich nochmal darüber nachdenken sollten nach München zu ziehen. Das Angebot seitens des Publikums steht. Nun da sie schon wissen, dass es nicht Munich heißt.

Über den Verfasser

Pascal Paukner wohnt in München. Denkt seit er schreiben kann. Interessiert sich für Popkultur, Politik und Medien. Bereits seine Kindergärtnerin sagte ihm nach, er hätte ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden. Dennoch ist aus ihm kein Jurastudent geworden. Stattdessen Politik und Kommunikation.



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