In drei Tagen wird in Berlin ein neuer Bundespräsident gewählt. Aller Voraussicht nach wird der Kandidat der bürgerlichen Koalition Christian Wulff die Wahl gewinnen. Sein schärfster Konkurrent, der gemeinsam von SPD und Grünen nominierte Joachim Gauck, ist ohne Unterstützung der Linken zwar ziemlich chancenlos, aber allein durch seine beeindruckende Kandidatur hat eigentlich auch er schon gewonnen. Bundespräsident der Herzen, sagen die Meinungsforscher.
Dass ich mich bislang weder auf Twitter noch hier zu Gauck geäußert habe, hatte zwei Gründe:
- Ich wusste fast nichts über diesen Mann.
- Diese ganze Pro-Gauck-Hysterie im Internet schien mir eine ziemlich schlaue Marketingkampagne aus der Ecke der SPD zu sein.
Zumindest das erstgenannte Problem hat sich mittlerweile erledigt. Die Titelstory des Spiegels von vorvergangener Woche tat ihren Teil, ebenso Gaucks viel gelobte Rede im Deutschen Theater in Berlin. Als ich mir die gestern angeschaut habe, da ließ mich die Frage nicht mehr los, wann wohl ein deutscher Bundeskanzler zuletzt ein Rede von solchem Format gehalten haben mag. Momentan grüble ich immer noch und glaube das ist kein allzu gutes Zeichen.
Achja, die Rede gibt’s hier auch noch. Beat this, Wulff.
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Aber geht denn gar nichts mehr ohne “yes we can”?
Das hat mich zunächst auch etwas irritiert. Aber insofern man gewollt ist, lassen sich da ja durchaus einige Parallelen finden.