Das BootBooHook ist kein Festival wie jedes andere. Es findet nicht auf einem Acker mitten im Nichts statt, sondern im Zentrum Hannovers. Hannover wiederum ist angeblich Niedersachsens Landeshauptstadt – auch wenn man es kaum glaubt. Um genau zu sein findet das auf dem Gelände des Kulturzentrum Faust statt, das hingegen wohl zu den bekanntesten Konzertlocations des Landes gehört.
Durch erhebliches Gesprächspotenzial bin ich leider nur dazu gekommen drei Bands zu sehen, aber die hatten es in sich. Die erste Band möchte ich jedem ans Herz legen. Es handelt sich dabei um Station 17, eine Band, die zum Großteil aus behinderten Menschen besteht. Dies führt zu einem sehr interessanten Klang, der eine unglaubliche Kreativität enthält. Und ich habe nie erlebt, dass sich von der Bühne so gute Laune aufs Publikum überträgt. Ich hatte die Gelegenheit mit einem der Mitglieder zu sprechen und war dermaßen beeindruckt mit welcher Freude er bei der Sache ist. Ehrlich: Ich habe nie ein so gutes Projekt für Behinderte gesehen. Und es ist keinsfalls so, dass sie nur deswegen auf dem Festival gespielt haben. Es sind ernstzunehmende Musiker und sie haben sich super in das Programm eingefügt. Sollte mal wieder die Gelegenheit bestehen sie zu sehen, werde ich definitiv hingehen. Und auch das Album sollte man sich anschauen. Dermaßen viele Features bekannter Künstler sieht man selten.
Morgens um zwei sollten nun Bratze auf die Bühne, in der total überhitzten und durch Schweiß auch überaus feuchten Halle, treten. Die Band hat dieses Jahr so ziemlich jedes Festival in Deutschland bespielt und dürfte mit der Menge an Auftritten einen neuen Rekord aufgestellt haben. Viel über das Konzert kann ich eigentlich nicht sagen, da ich schon hier meine Meinung zu dieser Band geäußert habe. Das einzig außergewöhnliche war, dass sie für ein Lied Hoss Becker von Station 17 auf die Bühne geholt haben und er sichtlich begeistert war und auch das Publikum ihn freudig aufgenommen hat. Die intelligenteste Band, die ich momentan kenne. Punkt.
Nach Bratze betraten nun Egotronic die Bühne. Obwohl die Band ein sehr gutes Konzert abgeliefert hat, kam im Publikum leider nicht die entsprechende Stimmung auf, was aber am letzten Festivaltag um halb vier morgens kein Wunder ist. Ich war sehr überzeugt und ich habe auch in dem Artikel über den Audiolith Pferdemarkt schon meinen Eindruck über die Band geschildert. Da es wie erwähnt bereits relativ spät war, kann ich aus Gründen keinen detaillierteren Bericht zu Egotronic abliefern. Bis auf den Hinweis: Wo Audiolith draufsteht ist immer eine gute Liveshow drin.
Und um das Festival abschließend zu beschreiben: Wir sehen uns nächstes Jahr wieder. Ein komplettes Festival mitten in einer Stadt hat einfach seinen ganz eigenen Charme.


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