Ein Europa der Religionen

Der Journalist Jan Ross hat in der Zeit ein Plädoyer für ein Europa der Religionen veröffentlicht. Der Laizismus französischer Art sei ein Irrweg, weil er letzten Endes inkompatibel mit der Religionsfreiheit sei. Gleichermaßen seien aber auch Staaten mit einer religiösen Monokultur, wie etwa die Türkei, nicht mit diesem Europa vereinbar. Das Ziel müsse sein, so Ross, einem möglichst umfassenden Religionspluralismus das Tor zu öffnen:

Nicht die Neutralisierung, die religiöse Geruch- und Geschmacklosigkeit Europas kann das Ziel sein, sondern nur die religiöse Vielfalt. Wie über Wirtschaft und Technologie hat der Westen auch über die richtige Weltanschauungspolitik kein Monopol mehr; er kann nicht mehr einfach für die gesamte Menschheit verbindlich erklären, dass der liebe Gott tot oder jedenfalls sehr alt geworden und daher aus den irdischen Geschäften unbedingt herauszuhalten ist.

Ich kann den gesamten Artikel – gerade auch vor dem Hintergrund der belgischen und französischen Debatte um ein Verbot der Vollverschleierung, sowie einer aggressiv geführten Einwanderungsdebatte – nur empfehlen. Ich wundere mich ja auch generell seit einiger Zeit wie intolerant eigentlich politisch liberale Menschen, gegenüber jeglicher Form von Religion auftreten. Zum Artikel hier entlang, bitte.

Über den Verfasser

Pascal Paukner wohnt in München. Denkt seit er schreiben kann. Interessiert sich für Popkultur, Politik und Medien. Bereits seine Kindergärtnerin sagte ihm nach, er hätte ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden. Dennoch ist aus ihm kein Jurastudent geworden. Stattdessen Politik und Kommunikation.



2 Kommentare


  1. Ich habe keinerlei Problem mit Religion. Die Menschen, die sie praktizieren sind nur häufig das Problem. Menschen, die ihre Religion ernst nehmen, tendieren leider sehr häufig zur Ausgrenzung anderer Religionen. Und sobald man nicht mehr akzeptieren kann, wenn andere ihrer Überzeugung nachgehen und das dann noch in die Öffentlichkeit bölken, macht es einen zum Rechtspopulisten. Und das ist das Problem mit Religion. Leider bemerkt man nunmal immer eher die Leute, die am lautesten schreien oder in die Bild kotzen.

  2. Aber genau darum geht es ja: Religion soll eben nicht ins Private zurückgedrängt werden, sondern soll ihren Platz in der Öffentlichkeit behalten dürfen. Dazu gehören dann auch Kirchenglocken, der Gesang des Muezzin und ähnliche Geschichten.

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