Datenjournalismus deluxe

Datenjournalismus ist modern | Fotograf: Kevin Dooley | Lizenz: Creative Commons

Es ist in Mode gekommen sich Zahlen, Daten, Informationen vorzunehmen, diese einzuordnen und grafisch aufzuarbeiten. Man nennt das Datenjournalismus. Die Ergebnisse dieser Arbeit sind zwar meist überhaupt nicht so aussagekräftig, wie das zunächst den Anschein erweckt, aber besser als der Vergleich mit Fußballfeldern ist es allemal.

Jedenfalls bahnten sich in den vergangenen Tagen drei mehr oder weniger gelungene Beispiele den Weg durch das World Wide Web, die an dieser Stelle nicht länger unerwähnt sein sollen, weil sie doch den ein oder anderen Mehrwert bieten. Und sei es nur der Zeitvertreib zwischendurch.

  1. Der Bundestag streitet sich seit dieser Woche über den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr. Keine Frage, die Debatten in diesen Tagen gehören zu den besseren im Leben eines Parlamentariers. Für den Bürger wird das 319 Milliarden umfassende Ungetüm (Stand: 2010) dadurch nicht durchschaubarer. Genau dort setzt offener haushalt an. Auf der Seite kann man sich beispielsweise anschauen, dass der Bund jährlich 563 000 Euro ausgibt, um die Welt-Anti-Doping Agentur zu bezuschussen. Oder 2,5 Millionen um die Digitalisierung des Kinos voranzutreiben. Zwar ist die grafische Darstellung noch nicht an allen Ecken und Enden voll ausgereift, aber immerhin.
  2. Rechtsradikale haben seit 1990 in Deutschland mindestens 137 Menschen getötet. Zeit Online hat zu diesem Thema eine detailverliebte interaktive Grafik gebastelt – mit Vergleichsmöglichkeiten, einer Chronologie und vertiefenden Informationen. Kann man sich hier durchklicken.
  3. Zurück zum Bundestag: BundesTagger widmet sich den Plenarprotokollen des deutschen Parlaments und bietet neben zahlreichen anderen Funktionen auch die Möglichkeit sich einige Zahlen als Kreisdiagramme anzeigen zu lassen. Vorab: Am meisten Heiterkeit ausgelöst, hat die Fraktion aus CDU und CSU.

Über den Verfasser

Pascal Paukner wohnt in München. Denkt seit er schreiben kann. Interessiert sich für Popkultur, Politik und Medien. Bereits seine Kindergärtnerin sagte ihm nach, er hätte ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden. Dennoch ist aus ihm kein Jurastudent geworden. Stattdessen Politik und Kommunikation.



2 Kommentare


  1. “Notice — For any reuse or distribution, you must make clear to others the license terms of this work. The best way to do this is with a link to this web page.”

    Ist mir gerade aufgefallen, dass du bei den CC-Bildern nie auf die Lizenz hinweist.

    Zum Thema: Die Unterhaltung mit Wlada war heute toll: “Es reicht, in Deutschland was ganz bodenstaendiges zu machen, und alle sind von dir begeistert.” — die Beispiele finde ich jetzt ueber Bodenstaendiges heraus-ragend, aber trotzdem. Wenn man sich mal umsieht… die Frage draengt sich auf, warum trotzdem nicht mehr Leute was machen.

    Wenn du dir das Tufte-Buch uebrigens mal leihen willst, sag Bescheid ;)

    • Danke für den Hinweis bezüglich der CC-Lizenz. Wusste ich bislang noch gar nicht, dass man das so machen muss.

      Was mich angeht, kann ich sagen, dass es an meinen mangelnden Fähigkeiten liegt so etwas technisch bzw. grafisch umzusetzen. Mir fielen auf Anhieb mindestens zehn Sachverhalte ein, die es Wert wären einmal aufgearbeitet zu werden. Zu einer Thematik hab ich sogar schon Daten erhoben. Aber für die Veranschaulichung fehlt mir das Know-How. Vielleicht werde ich demnächst mal die Zahlen veröffentlichen und dann kann die ja jemand weiterverarbeiten. In meinem Fall dürften da nicht mal Tuftes gesammelte Werke mehr helfen.

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