Das Leben bei uns in Europa ist schön. Wir haben meistens genug zu Essen und verdursten ist bei uns so gut wie unmöglich. Fernsehen und inzwischen sogar Internet sind Teil der Grundversorgung. Die Minister der Nationen haben jedoch momentan mit einem »Problem« zu kämpfen. Flüchtlinge. Gerade aus Afrika kommen momentan reichlich Flüchtlinge und da sie keine andere Chance zum Überleben für sich und ihre Familien sehen, machen sie sich auf den Weg über das Mittelmeer. Nicht wenige von ihnen werden dabei umkommen. Nicht erst seit den Revolutionen und Aufständen in Nordafrika ist dies der EU ein Dorn im Auge. Darum wurde die Agentur Frontex ins Leben gerufen. Ihr Job ist nach eigenen Aussagen die Flüchtlingsströme nach Europa zu kontrollieren. Doch was heißt das?
Über die Arbeit von Frontex ist bis jetzt noch nicht so viel bekannt. Doch selbst aus den jetzigen Informationen kann man sich denken, wie eklig die Arbeit dieser »Behörde« ist und wie verkommen man sein muss, um dort zu arbeiten. Denn wie kontrolliert man Flüchtlingsströme? Man versucht zu verhindern, dass sie die Grenzen erreichen. Dazu fließen zum Beispiel Gelder an nicht EU-Staaten, damit sie die Menschen, die alles was sie noch haben aufgeben und deren letzte Hoffnung die Flucht ins Unbekannte ist aufhalten. Das tolle: Die Gesetze in diesen Staaten sind nicht so streng. Da können halt auch mal ein paar Menschen sterben. Was soll’s – es sind ja nur Zigeuner oder Neger. Anders als durch diesen Zynismus sind diese Dinge einfach nicht ertragbar. Ich weiß nicht, ob es inzwischen Beweise für meine Behauptungen gibt, aber es ist alles andere als Unwahrscheinlich, dass es so ist.
Man muss sich nämlich einfach nur die Situation in den USA ansehen. Dort ist es zum Teil verboten in Staaten, die an Mexico angrenzen, Wasser in der Wüste auszulegen. Man nimmt also wissentlich in Kauf, dass Menschen sterben. Da finde ich meine Wortwahl noch relativ gemäßigt.
Doch warum sollten wir die Menschen aufnehmen? Schließlich können wir ja nicht für jeden zahlen. Das ist ein Argument, dass man immer wieder gerne hört. Ganz einfach. Wir lassen einen Diktator wie Gaddafi an der Macht, weil wir davon Vorteile haben. Mubarak war gerne angesehener Gast in Europa und auch sonst haben wir Westeuropäer ja schon seit einigen Jahrhunderten gute Erfahrungen damit gemacht, Afrika auszubeuten und klein zu halten. Die Revolutionen in Tunesien und Ägypten wurden in Europa gerne gesehen und jeder fand es gut. Doch nun kommen aus Nordafrika neue Flüchtlingsströme. Die EU, die sich so gerne als große Einheit feiert macht nun die Grenzen dicht. Italien, dummerweise am Mittelmeer gelegen, darf nun also alleine mit den Flüchtlingen fertig werden. Da verstehe ich die Wut Berlusconis nur zu gut. Natürlich kann ein Land nicht so viele Flüchtlinge verkraften. Wenn die EU-Bürokraten aber nur einen Schuss Humanität zeigen würden, dann könnte man die Flüchtlingsströme auf alle Mitgliedsstaaten verteilen. Und das wir Flüchtlinge aufnehmen sollte verpflichtend sein, ohne wenn und aber. Denn wir sind größtenteils für das Leid in den Nationen verantwortlich. Und wenn jemand so verzweifelt ist, dass er die Flucht antritt, dann hat er wenigstens die Aufnahme in einem Land verdient, denn wer einmal ein Flüchtlingslager besucht hat weiß, dass keiner von uns darin auch nur eine Woche überleben würde. Für diese Menschen allerdings ist es die Rettung. Und ja, wir in Europa können und müssen uns das leisten. Jeder, der das Gegenteil behauptet ist ein Lügner. Ja, ich meine Sie, Herr Friedrich.
PS: Wenn sie sich sicher sind, dass wir uns das nicht leisten können, dann melden Sie sich bei mir. Ich kann Ihnen das gerne erklären. Ihre Angst vor Ausländern zählt nicht als Argument.
(Titelbild von Hellebardius unter dieser CC-Lizenz)

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Gute Hinweise! Ich werde mich damit in Zukunft mehr beschaeftigen! Freue mich auf neue Beitraege!