Liebe Leser,
seit einigen Wochen herrscht hier Funkstille. Und was mich angeht, ist es sicher nicht übertrieben zu behaupten, dass dieser untragbare Zustand seit einigen Monaten andauert. Die Gründe hierfür sind vielfältig und ich will niemanden damit langweilen. Jedenfalls kann es so nicht weitergehen. Wird es auch nicht.
Vor nicht mal einem Jahr ist dieses Blog online gegangen. Mein ursprünglicher Anspruch war es Texte, die über den üblichen 500-Zeichen-Kommentar hinausgehen, zu verfassen. Themen meinungsstark und umfangreich anzugehen. Gerade in der Anfangszeit ist mir das, so meine ich, doch ganz gut gelungen. Was nichts daran ändert, dass ich schon bald mit meinen eigenen Ansprüchen zu kämpfen hatte, Verstärkung suchte und fand. Mit Hagen habe ich im Juli 2010 einen großartigen Co-Autor gefunden, nicht nur weil er die Postingfrequenz enorm nach oben trieb, sondern weil er hier interessenstechnisch reinpasste, wie die Faust aufs Auge und wir uns – obwohl noch nie begegnet – trotz mancher Meinungsverschiedenheit ganz gut verstehen.
Und dennoch gab es jetzt diese lange Pause. Und sie wird – was mich angeht – noch andauern. Gemeinsam mit Moritz arbeite ich gerade an einem größeren Projekt, von dem ich selbst noch nicht so ganz genau weiß, was daraus werden wird. Spannend ist es allemal.
Nicht weniger spannend ist allerdings, was mit The Aftermath passieren wird. Hagen übernimmt die Bude zunächst mal organisatorisch und schon munkelt man, er habe noch ein Ass im Ärmel. Und es ist – so viel kann ich schon mal verraten – nicht Boris Becker.
Heißt das, dass das hier für mich endgültig Geschichte ist? Vielleicht nicht für immer. Aber erstmal schon. Danke fürs Lesen und Kommentieren. War toll.
Wer wissen will, wie es mit unserem neuen Projekt und mir weitergeht. Hier werde ich es in nicht allzu ferner Zukunft vorstellen.
So far.
Chinesische Behörden haben am Dienstag das Atelier des chinesischen Künstlers und Regimekritikers Ai Weiwei abgerissen. Begründung: unsachgemäße Nutzung. Das ist keine Randnotiz. Ai WeiWei wirft in seinen Werken die richtigen Fragen auf, ist einer der letzten unabhängigen Köpfe in der chinesischen Öffentlichkeit, wird auch außerhalb von China entsprechend wahrgenommen. Seine Ausstellung im Münchener Haus der Kunst im vorvergangenen Jahr war ein voller Erfolg. Die Feuilletons waren begeistert, das Publikum auch. Höchste Zeit entgeistert zu sein.
Eigentlich wollte ich gerade eingestehen, dass mir der großartige Ben Folds bislang völlig unbekannt war, doch dann fiel mir auf, dass ich den Mann doch schon kenne. So ein bisschen zumindest: Folds ist der Typ, der vor einigen Monaten wildfremden Menschen auf dem Klavier vorspielte – über Chatroulette. Das Ergebnis stellte er dann auf YouTube und war damit, öhm, relativ erfolgreich.
Wie auch immer. Folds macht auch andere Musik und die ist mindestens genau so toll. Der Song »From Above« aus dem Video stammt vom neuen Album Lonely Avenue, das gemeinsam mit Nick Hornby aufgenommen wurde. Und es gibt 2011 eine Europa-Tour, mit Auftritten natürlich auch in Deutschland:
28/02/11: Docks, Hamburg
03/03/11: Huxleys Neue Welt, Berlin
04/03/11: Muffathalle, München
08/03/11: Live Music Hall, Köln
In der Tat: Live ist das bestimmt sehens- und hörenswert, sagt auch Philipp Jahner bei Spreeblick. Und überhaupt: Schon lange nicht mehr so unbekümmerte und – bitte verzeihen Sie den Ausdruck – fidele Musik gehört.
Kashmir, wir erinnern uns, haben erst vor einigen Wochen ein Musikvideo zum Song »Mouthful of Wasps« veröffentlicht. Nun denn, Fans der Band können sich schon wieder freuen, denn ein weiteres Video ist online. Gefällt noch eine Nummer besser, vor allem da »Bewildered in the City« im Vergleich zur Version auf dem Album noch einmal völlig neu interpretiert wurde und so an Dramatik & Dringlichkeit gewonnen hat. Und auch so an sich und überhaupt ist es ja ein wunderschönes Lied.

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen mich zur Diskussion um Google Street View nicht zu äußern, weil sie die Sicht auf die essentiellen Fragen, die sich im Zuge der Digitalisierung ergeben, verstellt und verzerrt. Da das Thema aber inzwischen ganz gut taugt um Konfliktlinien innerhalb der netzpolitischen Szene deutlich zu machen, möchte ich zumindest auf zwei lesenswerte Kommentare hinzuweisen, die mutmaßlich nicht die Mehrheitsmeinung in dieser Sache repräsentieren. Gegenöffentlichkeit galore, also. Weiterlesen…
