Elektromüllentsorgung

Elektromüllentsorgung

Zugegeben – ich hab mir bis zum heutigen Tag noch nie Gedanken darüber gemacht, was eigentlich mit »unserem« Elektroschrott passiert. Gab es etwas zu entsorgen, wie etwa meinen ersten PC (133 Mhz, 32 MB Arbeitsspeicher, Windows 95), dann hab ich den entweder an meinen kleinen Bruder verhökert oder zum lokalen Abfallentsorgungsbetrieb gebracht. Dass es dort nicht immer ganz legal zugeht, liegt wohl in der Natur der Abfallentsorgung. Aber, dass die das Zeug gleich bis nach Ghana schippern hat mich heute Morgen doch etwas paralysiert zurückgelassen.

***

Fotohinweis: Lixo eletrônico von Paulo Fehlauer (Flickr).

Waffen wegschließen

Waffen wegschließen

Egal was das Motiv war, egal was das Fass letztlich zum Überlaufen gebracht hat, egal wie scheiße das Leben dieses Jungen war: Der Amoklauf gestern in Winnenden wäre nicht geschehen oder zumindest nicht in dieser Form geschehen, würden die Waffen von Sportschützen an einem sicheren Ort aufbewahrt.

Zugegebenermaßen kenne ich mich, aus dem einfachen Grund, weil ich mich nie für Waffen oder Leute – die ihre Freizeit damit verbringen – interessiert habe, nicht mit den Gepflogenheiten und Regeln in deutschen Schützenvereinen aus. Es stellt sich nach so einer Tat aber als Laie ganz einfach die Frage, weshalb ein Mann, der hobbymäßig im Schützenclub auf Tontauben schießt, nach getaner Arbeit sein umfangreiches Sammelsurium an potenziellen Mordinstrumenten mit nach Hause schleppen muss. Warum werden Waffen von Sportschützen privat gelagert und nicht im Vereinsheim, dem lokalen Polizeirevier oder der örtlichen Bank?

Es sind nicht Waffen die töten. Es sind Menschen. Waffen sind auch nicht die Ursache der Tragödie, sondern ein eklatantes Versagen aller sozialen Instanzen wie Eltern, Familie, Mitschüler oder Lehrer. Es ist aber eindeutig, dass ein Vater, der zu Hause (unsachgemäß) Waffen aufbewahrt, es seinem Sohn ungleich einfacher macht in kurzer Zeit viele Menschen umzubringen, als Eltern in deren Haushalt die gefährlichste “Waffe” ein Küchenmesser ist.

Natürlich müsste es durch die bestehenden Waffengesetze für einen 17-Jährigen schon jetzt unmöglich sein an eine Waffe zu gelangen. Solang diese aber im Privaten aufbewahrt werden, wird es für Familienmitglieder immer irgendwie möglich sein an einen Schlüssel zum Waffenschrank zu gelangen: Einmal den Vater oder die Mutter beim Öffnen und Schließen beobachten. Fertig.

Polizisten müsse ihre Waffe nach Dienstschluss im Polizeirevier verschließen und dürfen sie nicht mit nach Hause nehmen. Das gleiche gilt für Soldaten und waffentragende, historische Bürgerwehren. Weshalb genießen Sportschützen noch immer einen Sonderstatus?

***

Fotohinweis: Rounds von horizontal.integration (Flickr).