Omas Teich 2010

Omas Teich 2010

Omas Teich ist ein kleines Festival im Herzen Ostfrieslands, das sich aber über die letzten Jahre einen hervorragenden Ruf erarbeitet hat, da es zu verhältnismäßig niedrigen Preisen ein Aufgebot an Bands hat, das sich auch mit weitaus größeren Festivals messen lassen kann. Seit jeher ist die Mischung von bekannten und unbekannten Bands eine Stärke des Festivals. So waren dieses Jahr mit Kettcar, Fettes Brot, Nada Surf und Biffy Clyro Künstler vertreten, die national und auch international eine hohe Bedeutung haben. Andererseits wurden mit Captain Planet, Antitainment, Trip Fontaine und Beat!Beat!Beat! auch die Freunde kleiner Bands, die in der jeweiligen Szene einen ausgezeichneten Ruf haben, zufrieden gestellt. Der Tatsache, dass dieses Jahr praktisch kein Festival ohne Bands von Audiolith auskommt, wurde mit Frittenbude, Supershirt und einem Audiolith Pferdemarkt mit Ira Atari & Rampue, JA!KOB (alias »das Basslaster« von Frittenbude) und Krink Rechnung getragen.  Jedoch ging auch an Omas Teich der Trend zur Kommerzialisierung von Festivals nicht spurlos vorbei. Der Eintrittspreis für zwei Tage war mit 55€ gerade noch im Rahmen des Fairen – dass jedoch auf das Festivalgelände keine TetraPaks mitgenommen werden durften und man so gezwungen war, die horrenden Preise am Bierwagen zu zahlen, sollte sich im nächsten Jahr dringend wieder ändern. Weiterlesen…

Juri Gagarin – Wet Dreams

Gerade eben bin ich wieder über die alte Musik von Iskra (hört euch unten dringend “Bedroom or Dancefloor” an) gestolpert. Eine der wenigen Bands, deren Ende mich wirklich traurig gemacht hat. Da Säge und Flicke von Iskra jedoch auch weiterhin zusammen Musik machen, wenn auch in einer komplett anderen Richtung, poste ich hier ein Video der aktuellen Band – Juri Gagarin. Welche der beiden Bands man nun lieber mag ist Geschmackssache. Aber es handelt sich um sehr nette Menschen, welche die Aufmerksamkeit definitiv verdient haben. Und auch Video und Musik brauchen sich nicht zu verstecken.

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Wikileaks lacks privacy

Spätestens seit heute ist für einen Großteil der Menschen in den USA, Großbritannien und Deutschland die Whistleblower-Plattform Wikileaks ein Begriff. In einer bislang beispiellosen Aktion hat Wikileaks die New York Times, den Guardian und den Spiegel zusammengebracht, um über 90 000 interne Dokumente der US-Armee zum Afghanistan-Einsatz zu veröffentlichen. Das ist insofern beeindruckend, als dass es früher üblich war, dass Informanten sich direkt an die Medien wenden um Missstände öffentlich zu machen. Der Staat hat jedoch durch Gesetze wie etwa die Vorratsdatenspeicherung in Deutschland einen unabhängigen, freien Journalismus fast unmöglich gemacht hat. Gerade bei der Veröffentlichung militärischer Geheimnisse versteht die US-Army keinen Spaß und setzt alles daran die Quelle zu finden und ein Exempel zu statuieren.

An dieser Stelle setzt das Konzept von Wikileaks an: Sie stellen eine Plattform bereit, die es jedem ermöglicht Dokumente ananoym zu veröffentlichen. Dokumente deren Veröffentlichung dem sogenannten Whistleblower ansonsten möglicherweise Probleme bereiten würden. Dazu wurde eine Serverinfrastruktur errichtet, die die Pressegesetze verschiedenster Nationen ausnutzt um einen möglichst großen Informantenschutz zu gewährleisten. Wie man bei einem der ersten großen Leaks gesehen hat (Collateral Murder, ein Video, in dem gezeigt wird wie Soldaten in Bagdad Menschen aus einem Apache wortwörtlich exekutieren) erfüllt Wikileaks diese Aufgabe auch sehr gut, da trotz intensiver Suche des Pentagons der Whistleblower bislang nicht identifiziert werden konnte. Im Gegensatz zu klassischen Medien findet bei Wikileaks jedoch keinerlei Interessensabwägung statt. Laut Aussage des Gründers Julian Assange würde diese Abwägung einer Art Zensur gleichkommen, da es immer Menschen gibt, die die jeweiligen Dokumente für relevant halten.

Doch genau darin besteht ein großes Problem von Wikileaks und es wundert mich, dass dieses bei dem ganzen Hype um die Plattform, der momentan im Internet grassiert, noch niemand angesprochen hat. So wurden zum Beispiel mehrere tausend Mails der NPD, die u.a. Parteiinterna beinhalten bei Wikileaks eingestellt. Da eine Partei zu Recht im öffentlichen Fokus steht, sollten diese Daten meiner Meinung nach auch der Öffentlichkeit zugänglich sein. Aber unter den Mails waren in diesem Fall eben auch einige von privater Natur. Selbst ein NPD-Funktionär hat ein Recht auf Privatsphäre. Diese Mails dürfen im Internet nicht ohne weiteres frei zugänglich sein. Trotz der großen Leistungen in Sachen Afghanistan muss die Kritik an Wikileaks also lauter werden. Die Privatsphäre muss weiterhin ein sehr hohes Gut sein. Sie darf nicht einfach ignoriert werden. Auch nicht im Falle der NPD. Es ist gefährlich, wenn einzelne Menschen sich anmaßen zu entscheiden, wann es in Ordnung ist die Grundrechte anderer, privater Personen zu verletzen. Das ist etwas, über das sich jeder einmal Gedanken machen sollte.

Nach uns nichts mehr?

Peter Singer widmet sich im Philosophie-Blog der New York Times der Frage, ob man heutzutage noch Kinder bekommen sollte. Und schießt gleich noch die Frage hinterher, ob es eigentlich so schlimm wäre, würde die Menschheit beschließen, kollektiv auszusterben:

So why don’t we make ourselves the last generation on earth? If we would all agree to have ourselves sterilized then no sacrifices would be required — we could party our way into extinction!

Man muss mit Singer nicht einer Meinung sein, aber gelesen haben sollte man ihn ja schon. Provokant wie er ist.

Als ich mal ein Video drehte

Heute, während meiner morgendlichen Jogging-Runde entlang der Isar, fiel mir auf, dass der Dauerregen der vergangenen Tage stellenweise für kleinere Überschwemmungen gesorgt hat. “Klasse”, dachte ich mir. “Schnappste am Nachmittag deine Kamera und ziehst los. Einfach so. Mal schauen. Bisschen knipsen.” Gedacht, getan.

Ich also samt neuer EOS 7D ne ganze Weile flussaufwärts gelaufen. Von den Überschwemmungen waren im Laufe des sonnigen Tagesverlaufs aber meist nur dreckige Pfützen übrig geblieben. Und die zu fotografieren, naja.

Flexibel wie ich bin, sagte ich zu mir: “Okay, machste mal was mit Video.” Die besagte Kamera hat nämlich auch eine Videofunktion und eigentlich war klar, dass die auch irgendwann mal ausprobiert werden musste. Problem dabei: Ich hab überhaupt keine Ahnung, was man beim Videodreh beachten muss. Keine Basics. Null.

Ich erinnerte mich an mein Praktikum in der Onlineredaktion der Südwest Presse im vergangenen Jahr. Damals war ich zwar zusammen mit dem Volontär das ein oder andere Mal auf die Straße geschickt worden. Die Arbeit hinter der Kamera mied ich allerdings stets so sehr, wie unsere Interviewpartner das Hochdeutsche*.

Diese bisweilen lustige Erinnerungen verdrängend, dachte ich, abenteuerlustig wie ich bin: “Hilft alles nichts. Learning by doing.”  Und legte los.

Die ersten Lerneffekte ließen nicht lange auf sich warten: Bevor ich überhaupt richtig angefangen hatte, machte sich das rote Akkulämpchen bereits bemerkbar. Im Geiste startete ich den Amazon-Bestellvorgang: “Kunden, die zwei Canon-Akkus kauften, kauften auch…” Richtig, eine größere Speicherkarte. Völlig idiotisch mit einer 2 GB fassenden Speicherkarte und einer EOS 7D loszuziehen um HD-Videos aufzunehmen. Weiterlesen…