Sollten Sie im Südosten Münchens wohnen und vor ein paar Minuten eine laut fluchende Person gehört haben – keine Sorge, das war nur ich. Wenn Sie sich nämlich vergegenwärtigen, dass die Herren in diesem Video in mehr als 500 Meter Höhe quasi ungesichert herumklettern… Da muss man doch vor Verwunderung und Anerkennung mal noch wild Dinge durch die Gegend rufen dürfen! (via)
Update vom 16. September 2010: Das Video wurde leider schon wieder offline genommen. Warum? Das steht hier.
Update vom 23. September 2010: Die Wochenzeitung »Die Zeit« hat in einer ihrer letzten Ausgaben auch über den Beruf des Industriekletterers berichtet. Lesenswert.
In der Debatte um die geplante Koranverbrennung durch den US-amerikanischen Priester Terry Jones und das umstrittene Buch des nun ehemaligen Bundesbänkers Thilo Sarrazin wurde ein Wort in den Medien geradezu umhergeworfen: Toleranz. Ein Kernproblem der gegenwärtigen Debatte um die Meinungsfreiheit ist, dass Toleranz als Tugend angesehen wird. Natürlich trifft das auch zu, aber nur eingeschränkt. Sobald die Meinungsäußerung andere Menschen nämlich einschränkt, oder sogar Gefahren aussetzt, ist eine Tolerierung dessen nämlich nicht mehr als positiv anzusehen, sondern im Gegenteil zu kritisieren.
So fördern beispielsweise die Äußerungen Sarrazins eine Stimmung im Land, die dazu führen könnte, dass physische Übergriffe gegen die angegriffenen Gruppen nicht mehr auszuschließen sind. Und selbst wenn es nicht zu diesen Übergriffen kommen sollte, muss sich jeder einfach nur darüber Gedanken machen, wie man selber es finden würde, wenn Menschen einen durch offensichtliche Lügen diffamieren.
Natürlich ist die Rede- und Meinungsfreiheit eines der wichtigsten Güter, die wir in unserer Zivilisation besitzen und Toleranz ist sehr wichtig, alleine um einen weiten Horizont zu bekommen und Dinge zu verstehen. Aber Hetzern und Menschen, die Leute Gefahren aussetzen, noch Toleranz entgegen zu bringen ist kontraproduktiv.
Egotronic – Toleranz
Ich habe nie ein Tagebuch geführt. Als Jugendlicher war ich zu sehr mit mir selbst beschäftigt. Später fehlte der letzte Antrieb sich regelmäßig hinzusetzen und ein paar Zeilen zu Papier zu bringen. Schließlich kam die Bloggerei, die zwar Erfahrungen & Ereignisse dokumentiert, aber im Rückblick auch nur Fragmente der Lebensrealität wiederspiegelt. Man schreibt dann über ein Konzert, aber nicht was auf dem Weg dorthin passiert ist. Man schreibt dann über Volksentscheide, aber nicht über die eigene Meinung dazu. Genau dort müsste ein Tagebuch ansetzen. Es müsste eine Chronologie des Lebens sein: Gedanken & Gefühle, Hoffnung & Hass, Erwartungen & Enttäuschungen. Dinge, die zu wichtig sind um sie zu vergessen. Dinge, die zu privat sind um sie mit der Welt zu teilen – zumindest hier und jetzt.
Tagebuchschreiben.
Seit zwei Wochen mach ich es doch. Nicht klassisch mit Stift, Papier und Moleskine, sondern digitalisiert. Nicht in einem Textdokument, sondern in einem würdigen Umfeld.
OhLife, heißt der Dienst. Das Prinzip dahinter ist so simpel wie genial: Nach der Registrierung erhält der User jeden Abend um Fünf nach Acht eine Erinnerungsmail. Wer auf diese Nachricht ebenfalls per Mail antwortet, ist schon fertig. Das Geschriebene kann im Nachhinein auf der Webseite noch editiert oder auch exportiert werden. Ansonsten kann man damit machen, was man mit einem Tagebuch eben so macht: Lesen. Erinnern.
Weitere Funktionen? Neuerdings werden auch Bilder, die im Anhang der Mail mitgeschickt werden in den Tagebucheintrag eingefügt. Kann ganz nützlich sein, weil manchmal Bilder mehr als… Ach, ihr wisst schon. Weiterlesen…
Ich gehöre zu einer Generation, die mit dem Fernsehen aufgewachsen ist. Viele Botschaften die dort vermittelt wurde, sind kritisch zu betrachen. So brachte beispielsweise die Sesamstraße einem den Drogenhandel nahe: »Willst du ein A kaufen?« »EIN A?!« »Pscht.« »Ein A kaufen?« »Genauuu.« Allerdings brachte die Sesamstraße neben lustigen Einspielern wie zum Beispiel dem Krümelmonster auch Beiträge, die moralische Werte vermitteln, für Weltoffenheit sorgen und einem Zahlen näherbringen sollten. All das leistete eine Sendung, die jeden Abend lief und im Anschluss mit dem Sandmännchen den Tag für ein Großteil der Kinder im Land den Tag beenden sollte.
Als ich langsam zu alt für die Sesamstraße wurde, fing ich an Tom & Jerry zu sehen. Ähnlich wie bei Roadrunner wurde der Jäger regelmäßig zum Opfer des Gejagten. Die ACME-Dynamitstangen explodierten in While E. Coyotes Gesicht. Toms Schwanz fand sich in der für Jerry bestimmten Mausefalle wieder. Oder der in jeder Show gerne gesehen Amboss fiel – auf Köpfe. Die moralischen Werte dieser Sendungen sind wahrscheinlich gleich Null, da nach der biblischen Devise »Auge um Auge, Zahn um Zahn« gehandelt wird. Jedoch waren diese Sendungen mit enorm viel Liebe produziert und das merkte man.
Ungefähr in dieser Zeit kam ich an die Schule und lernte schnell, wie das Leben funktioniert. Dort schikanieren die Großen nun einmal die Kleinen und keinem fiel damals ein Amboss auf den Kopf, egal wie sehr ich es mir gewünscht hatte. Man lernte auch seine Grenzen kennen. Frech zu einem Viertklässler zu sein, war halt nicht die klügste aller Entscheidungen, wie später der Sand im Gesicht bewies. Weiterlesen…
Marc-Uwe Kling ist Musiker und Kabarettist. Da er das Buch »Die Känguru-Chroniken« geschrieben hat, wohl auch Autor. Man sollte gleich zu Anfang sagen, dass man sich das Buch nicht kaufen sollte, da viel Humor durch die Selbstlektüre verloren geht. Ganz anders das Hörbuch: Es ist die Aufnahme einer Lesung, durch den direkten Kontakt mit dem Publikum hat Kling die Vertonung perfekt im Griff.
Manche kennen vielleicht »Neues vom Känguru« auf Radio Fritz. Diese Sendung erzählt eine kurze Geschichte von zwei bis drei Minuten, basierend auf dem erwähnten Buch. Marc-Uwe Kling ist als Erzähler direkt in die Geschichte involviert und lebt mit einem kommunistischen, schnorrenden Nirvanafan zusammen, der, wer hätte es gedacht, ein Känguru ist. Zusammen erleben die beiden kurze Geschichten, in deren Verlauf sich beispielsweise herausstellt, dass das Känguru ein Teil der jüdisch-bolschewistischen Weltverschwörung ist. Weiterlesen…



